In der Hansestadt Rostock gibt es zahlreiche historische Bauwerke, die von einer wechselvollen Geschichte der Stadt zeugen. Hier stellen wir Ihnen einige davon vor.

Das Katharinenstift wurde 1223 ursprünglich als Kloster für Franziskaner-Mönche gebaut. Mit der Reformation verschwanden die Mönche aus dem Kloster und das Gebäude wurde anderweitig genutzt. 1677 gab es einen verheerenden Brand, bei dem die Kirche der Anlage stark zerstört wurde. Große Teile der Einrichtung fielen dem Feuer zum Opfer. In den darauffolgenden Jahrzehnten diente das Stift für alle möglichen Zwecke. So war es etwa ein Armenhaus, eine Schule, eine Irrenanstalt und zuletzt ein Altenheim. Das Gebäude wurde in den 1990er Jahren umgebaut und beheimatet seit 2001 die Hochschule für Musik und Theater in seinen ehrwürdigen Mauern. 
Der Altbau wurde in seiner ursprünglichen Form belassen und mit einem interessant gestalteten Neubau ergänzt. Im Inneren befindet sich ein moderner Veranstaltungssaal mit einer Bühne, die für Konzerte und Theateraufführungen genutzt wird. Daneben gibt es auch eine Bibliothek und verschiedene Übungsräume für die Studenten. Im Klosterhof finden zahlreiche Veranstaltungen der Hochschule unter freiem Himmel statt. Kurz: ein spannender Ort - hier trifft alt auf neu.

Im 13. Jahrhundert schlossen sich Siedlungen im Bereich der heutigen Stadt Rostock zu einem Ort zusammen und errichteten zu ihrem Schutz eine rund drei Kilometer lange Stadtmauer. Diese schloss das Gebiet von etwa einem Quadratkilometer Größe ein. Rundherum gab es zahlreiche Tore - vier sind davon noch heute erhalten. Im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung stark an und die Mauer wurde weniger wichtig. So wurde ihre Höhe schließlich auch reduziert. Große Teile der Stadtmauer wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört - einige Überreste können aber heute noch besichtigt werden.

Eines der bereits erwähnten Stadttore ist das Kröpeliner Tor, das bereits 1280 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Mit seinen sechs Geschossen und 54 Metern Höhe gilt es als das schönste noch erhaltene Tor in Rostock. Heute ist der Ort ein Begegnungszentrum - hier befinden sich eine permanente Ausstellung über die Geschichte der Stadtbefestigung und wechselnde Sonderausstellungen. Daneben finden Veranstaltungen wie Stadtführungen zu verschiedenen Themen statt. Der Turm beherbergt eine Bibliothek und ein kleines Café.

Als ältestes Stadttor Rostocks gilt das Kuhtor, das 1262 gebaut wurde. Es wird spekuliert, dass es sich überhaupt um das älteste Tor ganz Norddeutschlands handelt. Mit Sicherheit ist es aber eines der ältesten Gebäude der Stadt. Der etwas ungewöhnliche Name Kuhtor kommt von seiner Verwendung - hier wurde das Vieh auf dem Weg zur Weide durchgeführt.
1608 wurde das Tor für andere Zwecke verwendet - ein Gefängnis entstand. 1824 zogen die Menschen dann freiwillig ein, denn das Gebäude wurde als Wohnhaus verwendet. Auch dieses Tor wurde im Krieg beschädigt.

Ein weiteres historisches Gebäude ist das Ständehaus, in dem sich heute das Oberlandesgericht befindet. Gebaut etwa 1890 war es früher ein Repräsentationsgebäude der Landesstände. Die Backsteinfassade ist sehr auffällig und schön anzusehen. Aber auch das Innere ist prunkvoll ausgestattet. Vor allem die Treppen und der getäfelte Sitzungssaal sind sehenswert.

Wandeln Sie bei Ihrem nächsten Besuch in Rostock doch mal auf historischen Spuren und entdecken Sie die Stadt von einer neuen Seite.