Sylt bestand früher aus drei Burgen, von denen allerdings die Archsum-Burg und die Rantum-Burg zerstört wurden. Falls Sie unter dem Namen „Tinnumburg“ eine Burg im klassischen Sprachgebrauch erwarten, liegen Sie hier falsch.Die Sehenswürdigkeit ist quasi eine acht Meter hohe und ringförmige Wallanlage, die einen 120 Meter Durchmesser aufweist. Die Tinnumburg befindet sich auf offenem Gelände inmitten von Landschaft.

Bei Ausgrabungen wurden hier in der Nähe Gegenstände aus Keramik aus dem 1. Jahrhundert nach Christus gefunden. Diese Funde lassen auf ein ähnliches Alter der Burg schließen, womit die Tinnumburg mit ihren 2000 Jahren zu den ältesten Ringwallen Schleswig-Holsteins gehört.

Der Wallanlage werden verschiedene Bedeutungen zugemessen – zum einen diente sie der Bevölkerung im 9. und 10. Jahrhundert gegen Angriffe von Seiten der Wikinger. Zu Beginn diente die Tinnumburg aber wohl als germanische Kultstätte und später eventuell auch als Ort, um Abgaben an die dänische Königsfamilie zu entrichten. Als endgültig bestätigt gilt diese Annahme bisher allerdings nicht.

Heutzutage ist die Anlage ein beliebtes Ziel für touristische Wanderungen. Der Vorschlag, aus der Tinnumburg ein Freilichtmuseum zu errichten, wurde abgelehnt.

Besonders imposant wirkt die Tinnumburg zum jährlichen Biikebrennen am 21. Februar, welches sich als beliebte Tradition etabliert hat.

Falls Sie eine Wanderung auf Sylt planen, unternehmen Sie diese doch mal zur Tinnumburg und sehen sich die noch immer nicht ganz erklärte Burg, beziehungsweise Wallanlage mal genauer an.